Online-Logbücher

Immer wieder höre ich den Ruf, wozu brauchen wir die Papier-QSL noch. Gerade jetzt, wo in Baunatal die Anschaffung der neuen QSL-Sortiermaschine beschlossen wurde, ging wieder ein großer Aufschrei durch die Menge. Ich habe mich mal hingesetzt und recherchiert. Ich bin ja kein großer Fan von Diplomen, daher ist dieser Test sicherlich nicht repräsentativ. Aber er zeigt doch recht deutlich die Probleme auf.

Die Vergabe des Sonder-DOK DVH verpflichtet mich, mein Logbuch regelmäßig in das DCL (DARC Community Log) einzutragen. von den insgesamt 500 QSO’s, die ich da drinstehen habe, habe ich knapp 10 Papier-QSL’s erhalten, im DCL ist keine einzige davon zu finden. In den anderen Logbüchern auch nicht. Dafür habe ich, als ich mal bei eQSL.cc nachgesehen habe, ein QSO gefunden, was ich bestimmt nicht geführt habe, da ich zu dem Zeitpunkt für den Frequenzberich gar keine Antenne aufgebaut hatte.

Ähnlich verhält es sich auch bei den anderen elektronischen Logbüchern. Auch von den OM’s, die immer wieder betonen, sie nutzen primär die eQSL, findet sich bei mir keine einzige. Das Dilemma ist ja auch noch ein anderes. Es gibt gefühlte 10000 Anbieter elektronischer QSL-Karten und Logbüchern mit den entsprechenden Auswertungen. Wenn ich jetzt mein Log regelmäßig in alle diese Logbücher transferieren wollte, dann hätte ich kaum noch Zeit zum Funken. Das Ausfüllen der Papier-QSL kann ich nebenbei noch erledigen, während ich mal das Mikrofon aus der Hand lege.

Und selbst wenn ich irgendwelche eQSL Karten erhalte, LotW kann die Daten noch mit dem DCL abgleichen, was passiert mit all den anderen Logbüchern? Ich habe dann in 5 Logbüchern zusammen vielleicht die elektronische Bestätigung, dass es für ein Diplom reicht. Bloß wie kriege ich die Daten zusammen geführt? Normalerweise garnicht und das ist mein Problem. Mit der guten alten Papier-QSL erstelle ich meine GCR-Liste, schnappe mir den Stapel QSL-Karten und lasse den im OV oder ggf. auch noch von einem OM aus dem Nachbar-OV durchsehen und bestätigen. Da habe ich alles an einem Platz. Das ist bei der eQSL derzeit nicht gegeben, daher versende ich auch weiterhin lieber Papier-QSLs als die elektronischen Verwandten.

Erste Eindrücke von Windows 10 (Technical Preview)

Am Donnerstagmorgen  hat es dann nun endlich geklappt, dass ich den Download des ISO-Images bekommen habe. Da waren wohl wieder viele Sammler und Jäger unterwegs, die im Grunde gar nicht wissen, was sie damit machen sollen, aber erstmal alles haben wollen. Egal, der Download hat geklappt. Zeitgleich habe ich auf einem Rechner mal 40GB freigeschaufelt, um da denn die Preview drauf zu installieren.
Die Installation verlief schnell und Problemlos, wie man es auch schon von Windows 8 und 8.1 gewohnt war. Alle Geräte wurden einwandfrei erkannt. Bei ein paar Einstellungen während der abschliessenden Installation war ich mir nicht ganz sicher, was gemeint war, ich habe da dann zunächst mal die Default-Einstellungen übernommen. Wahrscheinlich ist mein Windows jetzt viel zu geschwätzig. Aber dieses kann ja bei einem Testsystem nicht unbedingt schädlich sein.
Wie es aussehen soll, davon hat man die letzten Tage ja schon so einige Bilder zu sehen bekommen. Der altbekannte Desktop ist wieder da, das Startmenu verhunzt, aber ganz nach dem Willen einiger Computer-F(l)achzeitschriften.
Mir persönlich gefallen da ein paar Sachen überhaupt nicht. Da ist zum einen die Möglichkeit von Windows8/8.1 im Startmenu einfach ein Programm mit Namen auf der Tastatur einzutippen, welches dann gesucht wird. Diese Möglichkeit fehlt, zumindest in der Default-Einstellung, komplett. Schade, das hat die Produktivität von Win8/8.1 doch enorm gesteigert- Jetzt muss man sich wieder überall durchklicken.
Jetzt haben alle Programme wieder diese Fensterleiste am oberen Fensterrand. Leider kann man jetzt kein Programm, egal ob für Touch ausgelegt oder nicht, mehr dadurch beenden, dann man am oberen Rand anfasst und es nach unten rausschiebt. Man muss mit der Maus oben Rechts in der Ecke das Kreuz treffen. Noch nicht einmal ALT-F4 geht überall.
Das Anpinnen von Programmen an das Startmenu funktioniert zwar problemlos, aber wo bitte schön ist die Möglichkeit des Gruppierens von Elementen geblieben. Je nach verbrauchtem Platz nehmen die Tiles sich den verfügbaren Platz. Ein Sortieren oder Gruppieren ist nur sehr eingeschränkt möglich.
Mal sehen, wann Microsoft mit den nächsten Updates hier noch einige Sachen wieder benutzerfreundlicher gestaltet. Das erste Update mit immerhin 20MB Größe ist ja schon gestern erschienen.
[Update]
Es gibt, recht gut versteckt, eine Möglichkeit sich das Startmenu von Windows 8/8.1 zurück zu holen, mit allen Möglichkeiten, die es auch da gab: Windows 10: ModernUI aktivieren (Dank an @Caschy für den Tipp)
[Update: 08.10.2014]
In einigen Social Networks geht gerade der große Aufschrei rum, dass die Technical Preview zu viele Daten sammelt und an Microsoft übermittelt. Aber genau dazu ist die Technical Preview doch da, Microsoft braucht die Daten um aus dem Benutzerverhalten mögliche Fehler erkennen zu können und Verbesserungsmöglichkeiten erkennen zu können. So mache ich es im Grunde auch, wenn ich ein größeres Programm entwickle. Dann schreibe ich auch haufenweise Daten in eine Log-Datei um zu sehen, wo es eventuell zu Problemen kommt. Wer nicht weiß, was eine Technical Preview ist, der sollte sowieso die Finger von selbiger lassen. Ich nutze sie regelmäßig, um Software zu testen, ob ich an meiner Software was anpassen muss. Diese Informationen, die ich daraus gewinne, kann gerne Microsoft auch nutzen. Persönliche Daten oder gar Informationen aus meinem beruflichen Umfeld werde ich mit dieser Preview nicht nutzen. Wie heißt es so schön: Datenverlust kann nicht ausgeschlossen werden!
Oft wird dann der Schrei nach Linux laut. Da sei sowas ja nicht möglich. Komisch, wenn ich auf meinem Telefon mal nachsehe, welche Programme da Zugriff auf Daten haben wollen, dann wird mir ganz übel. Und das Android ist nichts anderes als ein an die Nutzung im mobilen Umfeld angepasstes Linux, es steckt in jedem Android ein Linux unter der Haube, wenn auch deutlich stärker versteckt als man es auf dem heimischen PC gewohnt ist.