Gedanken – Gedenken

Gerade habe ich auf der Internet-Seite des DARC von dem Tod von Hans-Jürgen DL1YFF gelesen. Ich wusste, dass er krank war, trotzdem hat mich der Tod geschockt. Er hatte so viele Ideen, was er noch machen wollte. Im RTA war er als Vertreter der RRDXA ein anerkannter Fachmann für so ziemlich alle Fragen, die im RTA bearbeitet wurden.

Da verblasst der ziemlich zeitgleiche Tod von Dietrich DJ2MG. Mit Dietrich hatte ich deutlich weniger zu tun, er hatte sicherlich auch viel für den Amateurfunk getan, so ganz einfach ist es nicht, das Bundesverdienstkreuz zu bekommen.

Aber das Leben im DARC geht weiter, es wird über kurz oder lang Funkamateure geben, die diese Lücke füllen. Für viele ist diese Arbeit selbstverständlich, die im Hintergrund von einigen wenigen Funkamateuren geleistet wird. Wenn ich auf den Distritsversammlungen bei uns im Distrikt H mich umschaue, wenn ich auf der Mitgliederversammlung mich umschaue, wenn ich auf der VUS-Arbeitstagung mich umschaue, wenn ich im RTA mich umschaue, dann sehe ich da immer wieder die gleichen Gesichter. Und das über viele Jahre hinweg. Ok, ich selbst bin auch schon viele Jahre in den diversen Gremien tätig. Nur so ist auch eine gewisse Kontinuität gewährleistet. Aber es sind halt immer die selben Funkamateure, die irgendwo aktiv sind.

In vielen Bereichen wären wir, die Aktiven, froh, wenn sich weitere Funkamateure finden würden, die Aufgabenbereiche übernehmen. So hat Norman DG2AAV jetzt vor einem Jahr die Arbeit im VUS-Referat des Distriktes H problemlos übernehmen können, er hat schon ein Jahr mit mir zusammen in dem Referat gearbeitet. So konnte ich mit gutem Gewissen die Arbeit nach meiner Wahl zum stellvertretenden Distriktsvorsitzenden abgeben. Das es auch anders gehen kann, haben wir dieses Jahr auf unserer Distriktsversammlung gesehen, als Günter DJ3RU der Versammlung mitteilte, dass er nicht länger als ARDF Referent zur Verfügung steht. Hier hat sich leider keiner gefunden, der die Arbeit weiterführt.

Zum einen wird oft gemeckert, dass der Verein doch nur von alten Säcken geführt wird. Wobei, so alt fühle ich mich eigentlich gar nicht. Andererseits findet sich kaum ein jüngerer Funkamateur, der eine verantwortungsvolle Position übernimmt. Im Distrikt haben wir vor eine lange Diskussion gehabt, wieso wir so viele Funkamateure in den Distriktsvorstand als Stellvertreter wählen. Aber so haben wir die Möglichkeit, Berufsleben und Hobby sehr viel besser unter einen Hut zu bekommen.

Die nächste Frage ist, wo bleibt unser qualifizierter Nachwuchs. Was verlangen wir als Qualifikation, einen Dr. Ing in Nachrichtentechnik, oder reicht mein Sohn aus, der auf die Frage, was er denn mal machen will, ganz klar antwortet „Schnell in die Schule, viel Lernen, Funker werden.“? Beides brauchen wir, Amateurfunk ist ein Hobby, welches Jung und Alt verbindet, welches Verbindungen zwischen die verschiedensten sozialen und gesellschaftlichen Schichten ermöglicht. Hier fragt man nach dem Rufzeichen und einem Rapport und nicht nach Ansehen und Aussehen.

Gerade diese Einstellung, ohne Rücksicht auf Ansehen und Aussehen mit einander zu kommunizieren ist eines, was die beiden oben angesprochenen, und jetzt leider verstorbenen, OM’s gelebt haben und an andere weitergegeben haben.

Mit diesen Gedanken möchte ich den beiden Funkamateuren gedenken.